Sonder-Newsletter Juni 2019 – Interview mit ideaSpectrum

„Silber ist das wahre Geld!“

FINANZSYSTEM
Die Schuldenlast steigt weltweit, die Zinsen
bewegen sich so tief wie nie zuvor: Der Rohstoff- und Anlageexperte
Werner J. Ullmann sieht unser Geld in Gefahr. Als CEO der BB Wertmetall
arbeitet er auf ein Geldwesen hin, das auf biblischen Prinzipien basiert, so
sagt er. Die Währung darin: reines Silbergranulat.
Von Stephan Lehmann-Maldonado

Herr Ullmann, „Rohstoffguru“ Jim Rogers hatte bis 38 so viel verdient, dass er sich aufs Dolcefarniente konzentrieren wollte. Müssen Sie noch arbeiten?
Ich möchte und darf noch arbeiten – mit einer Vision, die mich sehr motiviert: eine bibel-basierte Lösung für die Probleme unseres Finanzsystems.

Sie machen sich dafür stark, dass Privatanleger und KMU in Silber und Gold investieren. Warum?
Bei der Entdeckung eines Edelmetalls entstehen quasi aus dem Nichts heraus immense Werte. Es ist ähnlich wie im Gleichnis von Jesus vom Schatz im Acker, den einer entdeckt und dafür alles verkauft, was er hat, um den Acker mit dem Schatz zu erwerben. Jesus meint zwar einen geistigen Schatz, er verwendet aber ein irdisches Beispiel, das zeigt, wie unser Herz tickt. Gott hat uns so gemacht, dass wir gerne nach Schätzen suchen. Das sieht man schon bei Kindern. Ich selbst war auf verschiedenen Erdteilen mit renommierten Geologen auf Goldsuche. Die wahren Geldproduzenten sind nicht die Zentralbanken, sondern Unternehmen, die Silber und Gold fördern. Demgegenüber sind unsere Papierwährungen eine reine Vertrauenssache – sie sind nicht mehr mit Werten hinterlegt.

„Die Welt schreit nach Alternativen
zum herkömmlichen Zahlungssystem.“

 

Ex-Grossbankenchef Oswald Grübel schwärmt für Gold. Sie bevorzugen Silber.
Gold hat seinen ureigenen Reiz und aufgrund des höheren Wertes von Gold je Unze ist es für Notenbanken eine ideale Anlage. Allerdings investieren viele Notenbanken auch in Silber. So ist etwa davon auszugehen, dass die chinesische Zentralbank erhebliche Silberreserven erworben hat. Doch die Bibel nennt Silber immer vor Gold. Silber galt damals als Zahlungsmittel für Dinge des täglichen Erwerbs bis hin zum Kauf von Grundstücken. Gold diente
vorwiegend als Mittel zum Werterhalt grösserer Vermögen. In der Geschichte spielte der Silberstandard, ein mit Silber hinterlegtes Währungssystem, eine bedeutende Rolle. Selbst wenn der Goldstandard galt, stellte das Wertverhältnis von Silber zu Gold die entscheidende Grösse dar.

Der Minenunternehmer Rob McEwen rechnet damit, dass der Goldpreis in den nächsten Jahren kräftig anzieht. Hat er recht?
Wenn wir uns mit den üblichen zyklischen Bewegungen des Goldes befassen, kommen wir aus dem längsten „Bärenmarkt“ für Gold der letzten 77 Jahre. Rob McEwen geht davon aus, dass ungefähr ab 2016 eine Phase steigender
Kurse begann, die neun Jahre anhalten dürfte. Ein Treiber des Goldpreises ist, dass Anleger in „sichere Häfen“ fliehen. Als Gründer eines der erfolgreichsten Goldminenunternehmens, Goldcorp, weiss McEwen, wovon er
spricht. Ich erwarte, dass die aktuelle Aufwärtsphase zusätzlich befeuert werden könnte durch die erheblichen finanzwirtschaftlichen Probleme vieler Volkswirtschaften.

Welches Potenzial hat Silber?
Wenn die Ausgangslage für Gold sehr gut ist, ist sie es erst recht für Silber. Denn die Preise von Silber und Gold tendieren immer in dieselbe Richtung. Die einfachste Bewertung für Silber ist die Gold-Silber-Ratio – das Verhältnis
der Preise von Silber zu Gold. Derzeit ist Gold rund 84-mal teurer als Silber. Bei einem solchen Extremwert dauerte es bisher nie lange, bis sich die Relation auf einen Wert zwischen 35 und 40 normalisierte. In der Erdkruste
kommt Silber etwa 17-mal so häufig vor wie Gold. Das ergibt einen Anhaltspunkt für die Bewertung. Historisch betrachtet war der Faktor 15 vom Gold- zum Silberpreis die Norm. Heute „verbraucht“ die Industrie rund die
Hälfte des geförderten Silbers. In den meisten Fällen ist es später unmöglich, dieses Silber erneut zu verwerten. Im Gegensatz dazu wird Gold oft in Form von Schmuck aufbewahrt und als Barren in Tresoren gehalten. Die effektiv
verfügbaren Vorräte an Silber sind darum viel geringer als jene von Gold!

Wie sollen Anleger in Silber investieren?
Zuerst empfehle ich, eine vernünftige Menge an physischem Silber im eigenen Zugangsbereich vorrätig zu haben. Gar nichts halte ich von Derivaten auf Edelmetallen; damit wird mindestens 100-mal mehr Gold verkauft,
als überhaupt vorhanden ist. Aktien von Minenunternehmen kommen für Anleger in Frage, die erhebliche Wertschwankungen hinnehmen können und wollen. Edelmetall-Fonds (ETF) können eine Alternative sein.
Anleger sollten aber genau prüfen, ob die Ware zu 100 Prozent in physischer Form gelagert wird. Am sichersten erscheint mir unsere Lösung S-Deposito. Damit erwerben Kunden zu 100 Prozent vorhandenes Silbergranulat – und
dies mehrwertsteuerfrei. Das Silbergranulat lagern wir im Schweizer Zollfreilager, vollkommen versichert.

Ein Investment in physisches Silber ist mit Lagerkosten verbunden.
Wenn ich mein Silber im Zug einer Finanzkrise physisch benötige, etwa um die nötigsten Einkäufe zu machen, nützt mir das relativ günstige Silber im ETF nichts. In Zeiten akuter Krisen haben viele Staaten sowohl Gold wie
teilweise auch Silber jeweils verboten. Der Staat beschlagnahmte Barren und Münzen. Bei unserem Silbergranulat handelt es sich jedoch um reines Silber, wie es die Industrie benötigt. Diese Form von Silber kann – anders als allfällige Silberbarren von ETF – nicht konfisziert werden, denn der Rohstoff ist für viele moderne Anwendungen im Hightech- und Gesundheitsbereich unentbehrlich.

Der Preis von Silber schwankt stark.
Seit vielen Jahren wird mehr Silber verbraucht als gefördert. Da sind überdurchschnittliche Schwankungen im Preis zu erwarten. Wir sehen Silber als langfristige Anlageform, die über Jahrzehnte und Jahrtausende hinweg ihren Wert gehalten hat.

 

„Die effektiv verfügbaren Vorräte an Silber
sind viel geringer als jene von Gold.“

 

Sie haben ein alternatives Tauschsystem für Unternehmen ins Leben gerufen. Dieses beruht auf Silbergranulat. Wieso sollten Firmen dabei mitmachen?
Die Welt schreit nach Alternativen zum herkömmlichen Zahlungssystem. Das zeigt sich an der Flut von Kryptowährungen, die eine nicht manipulierbare Währungsalternative darstellen sollten. Allerdings basieren diese Digitalwährungen nur auf Computerberechnungen. In Krisenzeiten haben gewiefte Menschen immer wieder auf „Ersatzwährungen“ gewechselt, seien es Zigaretten oder Fischkonserven gewesen. Firmen, die an unserem
S-Deposito-Tauschsystem („Bartersystem“) teilnehmen, können einerseits ihre Liquidität mit Silbergranulat ausserhalb des Bankensystems werthaltig anlegen. Andererseits lässt sich damit der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten – sogar im Fall eines Währungskollapses.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Firmen und Privaten, die beim Bartern mitmachen?
Die ersten Erfahrungen sammelten wir mit einem innovativen Einzelhandelsunternehmen und seinen Kunden in Langenthal. Diese zeigten uns: Das Bartersystem lässt sich problemlos in den alltäglichen Geschäftsbetrieb integrieren. Es gibt einfache Regeln für die Buchhaltung und die Bilanzierung. Und wenn Firmen an unserem System teilnehmen, stärkt das ihre Geschäftsbeziehung. Immer mehr Firmen interessieren sich für unseren Bartersystem.

Die Finanzkrise von 2008 war eine Schuldenkrise. Mittlerweile hat sich die weltweite Schuldenlast vervielfacht. Steht uns die finanzielle Apokalypse bevor?
Alle Schulden müssen eines Tages beglichen werden. Ja, ich gehe davon aus, dass wir einen wirtschaftlichen Zusammenbruch erleben werden. Die weltweite Schuldenlast macht mittlerweile mehr als das Dreifache der
jährlichen weltweiten Wirtschaftsleistung aus. Wenn Jesus betonte, dass wir weise Verwalter sein sollten, meinte er auch den verantwortlichen Umgang mit Finanzen. Die Bibel warnt uns vor Schulden und fordert uns auf, so
schnell es geht aus Verschuldungssituationen herauszukommen. Vorrausschauende Notenbanken kaufen derzeit massiv Goldbestände zu. Warum kaufen Christen nicht entsprechend Werthaltiges, wenn die Zeichen der Zeit so
deutlich sind?

 

„Warum kaufen Christen nicht Werthaltiges
angesichts der Zeichen der Zeit?“

 

Ist die Inflation höher, als uns die offiziellen Zahlen glauben machen wollen?
Davon gehe ich aus. Für die USA vermittelt die Website shadowstats.com einen Eindruck über die mögliche aktuelle Inflationsrate. Diese liegt dort offiziell bei etwas unter 2 Prozent. Demgegenüber beträgt die US-Inflationsrate
heute gut 5 Prozent, wenn man für die Berechnung der Inflation die Methodologie von 1990 heranzieht. Auf Basis der 1980 verwendeten Berechnungsmethode beträgt die Inflationsrate in den USA heute sogar knapp 10 Prozent!
Offensichtlich haben die Ämter die Berechnungs methode für die Inflationsrate mehrfach geändert, um Preissteigerungen für die Verbraucher zu verschleiern. Aber die Inflation ist da und frisst das Vermögen der Menschen –
gerade in Zeiten tiefer Zinsen.

Seit der Einführung des Euro 1999 sind die Zinsen so tief gesunken wie nie zuvor.
Die fallenden Zinsen sind nicht an die Euro-Einführung gekoppelt. Zuerst sind in Deutschland die Zinsen eher gestiegen, in den südlichen Ländern jedoch deutlich gesunken, was in Ländern wie Spanien eine immense  Immobilienblase mit darauf folgender Schuldenkrise verursachte. Was in Spanien passierte, hat sich nun fast auf die gesamte Welt ausgeweitet: von den westlichen Notenbanken gesenkte Leitzinsen haben eine Blase in fast allen
Anlageklassen – ausser Silber und Gold – ausgelöst, die seinesgleichen in der Geschichte sucht. Gleichzeitig sind die Schulden der Staaten, Unternehmen und privaten Haushalte explodiert. Um diese immensen Schuldenberge
finanzierbar zu halten, müssen die Zinsen niedrig bleiben, sonst platzt die Blase noch schneller.

Der Harvard-Starökonom Kenneth Rogoff macht sich für Negativzinsen von bis zu minus 6 Prozent stark. Sind wir verrückt geworden?
Schon im Römerbrief steht (Kapitel 1, Verse 20 bis 23), dass sich der menschliche Verstand verfinstert, wenn er Gott vergisst. Rogoff plädiert für einen Negativzins mit Steuercharakter. Gleichzeitig wird die Forderung nach der Abschaffung von Bargeld immer lauter. Diese beiden Massnahmen würden zur Zwangsenteignung der Bürger führen – wobei sich wohl Staat und notleidende Banken den Erlös aufteilen dürften. Schweden übernahm die Vorreiterrolle in Sachen Bargeldabschaffung. Wenn es kein Bargeld mehr gibt, hat der Staat die volle Kontrolle über das Vermögen seiner Bürger. Ich halte es für sinnvoll, einen guten Teil seines Vermögens aus dem Finanzsystem
herauszunehmen.

Sie argumentieren oft mit der Bibel. Nun sagt Jakobus aber: „Euer Gold und Silber ist verrostet und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis geben“. Und der Apostel Petrus schreibt, „ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid“.
Beide Jünger Jesu beziehen sich hier auf die Bedeutung von Silber und Gold als Geld, zeigen aber auch auf, dass unsere Rettung nicht auf irdischem Hab und Gut beruht, sondern auf der Erlösungskraft von Jesu Blut. Wir sollen unser Herz weder an Silber noch an Gold hängen. Dennoch bleiben wir als Menschen auch Wirtschaftssubjekte. Als solche müssen wir in der überschaubaren Zeit unseres Erdenlebens weise handeln.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Werner J. Ullmann
Werner J. Ullmann ist seit Ende 2015 CEO der BB Wertmetall AG. Als studierter Diplom-Kaufmann hat er das Anlagegeschäft von der Pike auf gelernt. Ullmann arbeitete als Aktienanalyst und Fondsberater sowie als Berater für diverse Gold- und Silberminenfonds. Ausserdem initiierte er börsenkotierte Gold-Explorationsgesellschaften, denen er vorstand. In der Fachwelt machte er sich unter anderem als Autor des Buchs „Profit mit Rohstoffen“ einen Namen. Die BB Wertmetall AG entwickelt Edelmetallprodukte. Einzigartig im Markt stehen die Lösungen S-Deposito respektive S-Deposito light da. Dabei investieren Anleger und Firmen direkt in reines Silbergranulat, das im Schweizer Zollfreilager aufbewahrt wird. Gleichzeitig lassen sich mit anderen S-Deposito-Besitzern einfach Tauschgeschäfte abwickeln („Bartersystem“).