5. Newsletter 2019

Liebe Kunden

Wir möchten Sie mit diesem 5. Newsletter für das Jahr 2019 wiederum über aktuelle Entwicklungen am Silber- und Goldmarkt wie auch an den internationalen Finanz- und Währungsmärkten informieren.

Unser Haupt-Thema heute: Steht eine akute Finanzkrise unmittelbar bevor?

Preisentwicklung Silber und Edelmetalle bislang in 2019

Seit Jahresbeginn 2019 notiert die Unze Silber (31,1 g bei Reinheit von 999,9), gemessen in USD, rund 13,2 % im Plus. Der Preis für eine Unze Gold stieg seit Jahresbeginn um ca. 16,1 %. Im Vergleich dazu notiert Platin etwa 12,5 % höher, und Palladium mit deutlichen ca. 39,5 % im Plus.

Am 17. September begann die Federal Reserve (Fed) damit, hunderte von Milliarden US-Dollar an nicht näher benannte Banken an sog. Repo Loans (Repurchase Agreement – Verkauf von Anlagen der Bank gegen ‚Sofortkredit‘ der Fed) zu vergeben. Und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem – zumindest in der Öffentlichkeit - von keinerlei Finanzkrise die Rede ist.

Die Fed hat zudem keinen Namen der Empfängerbanken genannt, vor allem nicht an die US-Aufsichtsgremien, dem Committee on Banking, Housing, and Urban Affairs des Senats noch dem Committee on Financial Services des Repräsentantenhauses. Erstaunen löst diese offensichtliche Gleichgültigkeit bzw. Ablehnung ihrer Verantwortung dieser beider Kommittees aus, erweist sich jedoch ganz genauso wie im Jahr 2007, als die Fed per Knopfdruck Billionen (29 Billionen US-Dollar an Wall Street- und globale Banken) in den Jahren von 2007 bis 2010 aus dem Nichts kreierte, um damit die schlimmsten Akteure und Verursacher der Finanzkrise vor dem Ruin zu retten; auch damals schien es die Kommitteemitglieder nicht wirklich zu interessieren, was der Grund dieser höchst ungewöhnlichen Transaktionen ist.

Die Fed vergab diese Gelder an die Finanzinstitutionen, die von anderer Seite her keine Gelder mehr bekamen, weil sie als zu risikoreich angesehen wurden, und nur durch die Darlehen der Fed als ‚Lender of last Resort‘ am Leben erhalten werden konnten. Ein Finanzinstitut, das solche Gelder in Anspruch nehmen muss, hat ein Problem, ein akutes Liquiditäts- und wohl auch Bonitätsproblem.

2007 war es vor allem die US-Großbank Citigroup, die im Zeitraum von 2007 bis 2010 2.5 Billionen USD an Krediten der Fed in Anspruch nahm. Citigroup galt seinerzeit als sog. ‚Wackelkandidat‘, dem andere Banken keine Gelder mehr leihen wollten und man sehr genau schaute, wer mit Citigroup in enger Geschäftsbeziehung stand. Man kann sagen, dass Citigroup damals die ‚Krankheit‘ war, die zur Finanzkrise führte, und der US-Versicherer AIG und die dann Konkurs gehende US-Großbank Lehman Brother nur die Symptome.

Die vier größten US-Banken verfügen zusammen über Kundeneinlagen in einer Größenordnung von über 5.45 Billionen USD, davon JPMorgan Chase 1.6 Billionen USD, Bank of Amerika 1.44 Bill. USD, Wells Fargo 1.35 Bill. USD und Citibank gut 1 Bill. USD.

Mit solch gewaltigen Kundeneinlagen bei den größten Banken sollte es möglich sein, dass Darlehen in Milliarden USD vergeben werden können – ohne dass die Fed als letztmöglicher Geldleiher herangezogen werden muss. Wenn diese Banken keine Kredite mehr vergeben wollen, kann dies entweder nur bedeuten, dass sie eine große Finanzkrise am Horizont aufkommen sehen, oder dass etwas sehr Besorgnis erregendes in Bezug auf ihre Liquidität bereits eingetreten ist.

Öffentlich zugängliche Daten zeigen, dass JPMorgan seine Bareinlagen bei der Fed in der ersten Jahreshälfte 2019 um 57% bzw. um 158 Milliarden USD reduziert hat. Bei Kundeneinlagen von insgesamt 1.6 Billionen USD müssten die beiden vorgenannten Kommittees sehr hellhörig geworden sein, wenn die größte US-Bank solche massiven Geldmengen von der Fed abzieht.

Am 17. September 2019 stiegen die Zinssätze in diesem Segment kurzfristig deutlich an, von rund 2.25% auf kurzfristig 10%. Vermutet wird als Ursache ein weiterer Abzug von Liquidität durch JPMorgan. Dadurch wurde die Fed veranlasst, Milliarden USD ins Bankensystem zu pumpen.

Am 15. Oktober 2019 begann die Fed mit einem weiteren Liquiditätsprogramm, um den Markt ‚mit ausreichend Liquidität zu versorgen. Zu diesem Zweck wird sie pro Monat 60 Mrd. USD über den Ankauf von US-Staatsanleihen in den Markt bringen, zumindest bis zum 2. Quartal 2020. Der Monatsbetrag soll dabei an den Liquiditätsbedarf des Marktes angepasst werden.

Dabei dürfte die Fed egal welche Mengen an Geld in den Markt werfen, um ihren wünschten Zinssatz beizubehalten – ohne diese massiven Manipulationen wäre der Zinssatz, und das nicht nur in den USA, jetzt bereits erheblich höher, bei gleichzeitig massiver und weiter steigender Verschuldung. Die Märkte befinden sich offensichtlich in einem desolaten Zustand, obwohl diese in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mit neu geschaffener Liquidität geradezu geflutet wurden!

Vor zwei Wochen, als sich das Not-Liquiditätsprogramm der Fed über hunderte von Milliarden USD in einer zweiten Woche befand und damit die erste solche Operation seit der Finanzkrise 2007 vornahm, wurde der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt zum bereits zweiten Mal in diesem Jahr mit Polizeieinsatz durchsucht. Eine nicht gerade vertrauensbildende Situation für die  Kunden der Deutschen Bank.

Am 24. September, als der Polizeieinsatz in Frankfurt begann, offerierte die Fed New York 30 Mrd. USD an 14-tägigen Notkrediten. Die Nachfrage bewegte sich jedoch bei rund 60 Mrd. USD, weshalb die Fed New York, eine der zwölf Zweigstellen der Fed, die Offerte auf 60 Mrd. USD ausweitete. Gleichzeitig erhöhte die Fed ihre ‚Übernacht-Repo Darlehen‘ von 75 Mrd. USD auf 100 Mrd. USD pro Tag.

Mit einem Derivate-Portfolio in der Größenordnung von 49 Billionen USD ist die Deutsche Bank auch gerade mit den großen Wall Street Banken eng verflochten, deren Ausfall hätte eine systemische Auswirkung auf andere bedeutende Banken, v.a. in den USA. Wie die Grafik oben zeigt, ist die Deutsche Bank die ausländische Bank in den USA mit den meisten Anlagen dort.

Kurzer Exkurs: Wohlgemerkt: Sollte sich eine Finanzkrise auf den hier beschriebenen Parametern entfalten, wären auch die Schweizer Banken wie auch der Schweizer Finanzplatz als ganzer ebenfalls in diesen Strudel mit hineingezogen mit unabsehbaren Konsequenzen für die Schweiz wie auch für den Schweizer Franken und der gesamten Schweizer Volkswirtschaft.

Es ist hier davon auszugehen, dass die Notfallmassnahmen der Fed und das Verhalten von JPMorgan, eigene Liquidität ‚in Sicherheit zu bringen‘, in einem Zusammenhang mit der Deutschen Bank stehen (wir berichteten in unserem 4. Newsletter 2019 bereits von massiven Mittelabflüssen seitens Hedge Fonds von der Deutschen Bank) und die Fed aufgrund der Verflechtung des Derivate-Portfolios der Deutschen Bank mit den US-Gegenparteien auch die Deutsche Bank mit Notkrediten ‚flüssig‘ hält, in einer Zeit, in der möglicherweise andere Großbanken den Glauben an die Deutsche Bank mehr und mehr begraben und als deren Kreditgeber nicht mehr zur Verfügung stehen wollen. Dies wäre dann der Fall, wenn diese Großbanken erhebliche Zweifel am Fortbestand der Deutschen Bank haben würden. Der Kursverkauf der Deutschen Bank Aktie lässt leider wenig anderes vermuten.

 

 

‚Got Gold‘ (engl.) bzw. ‚haben Sie Gold‘ und vor allem Silber? Gerne informieren wir Sie über unsere Produkte: 1-Unzen Silbermedaillen und –Barren: den ‚Silber-Haggai‘, sowie den ‚Guten Hirten‘. Den 1-Unzen Goldbarren ‚Gold-Haggai‘; sowie das S-Deposito zum Erwerb und der Lagerung von hochreinem Silbergranulat im Schweizer Zollfreilager, wenn es um grössere und sicher zu verwahrende Vermögensteile geht. Gerne geben wir Ihnen dazu über unsere erfahrenen Berater Auskunft.

Herzliche Grüsse

Ihr Team von BB WERTMETALL AG

 

Risikohinweis und Haftung

Dieses redaktionelle Angebot dient ausschließlich zum Zweck der Information und sollte in keinem Fall allein als Entscheidungsgrundlage für jede Art von Finanztransaktionen wie den Kauf oder Verkauf von Edelmetallen herangezogen werden. Die Haftung für Vermögensschäden wird kategorisch ausgeschlossen. Alle Inhalte beruhen auf Informationen und Quellen, die Autor und Herausgeber für vertrauenswürdig und seriös erachten. Für die Richtigkeit der Inhalte kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Edelmetalle sind zum Teil erheblichen Schwankungen und Risiken unterworfen. Die Vermögensanteile einzelne Anlagen sollten immer nur so viel betragen, dass auch bei einem erheblichen Kursverlust das Gesamtdepot nur marginal an Wert verlieren kann.