4. Newsletter 2019

Liebe Kunden

Wir möchten Sie mit diesem 4. Newsletter für das Jahr 2019 wiederum über aktuelle Entwicklungen am Silber- und Goldmarkt wie auch an den internationalen Finanz- und Währungsmärkten informieren. Unsere Haupt-Themen sind Währungsabwertungswettlauf – Race to the Bottom, und Bitcoin und Kryptowährungen – greater fool theorie? (auf gut deutsch: die Theorie, dass jeden Morgen ein noch grösserer Dummkopf aufsteht)

Preisentwicklung Silber und Edelmetalle bislang in 2019

Seit Jahresbeginn 2019 notiert die Unze Silber (31,1 g bei Reinheit von 999,9), gemessen in USD, rund 9,44 % im Plus. Der Preis für eine Unze Gold stieg seit Jahresbeginn um ca. 16,7 % . Im Vergleich dazu notiert  Platin etwa 7,9 % höher, und Palladium mit deutlichen ca. 18,6 % im Plus.

Die Grafik hier unten sagt bereits sehr viel: Viele der wichtigen Währungen der Industrienationen verlieren derzeit an Wert gegenüber dem USD. Wohlgemerkt: Dies ist nur eine relative Darstellung, hier zeigt sich lediglich der Einäugige unter den Blinden. Denn die Kaufkraft des US-Dollars ist ebenfalls am Schwinden, nur die der meisten anderen Währungen verlieren noch mehr!

Doch diese relative Stärke des US-Dollars ist dem im Moment mächstigsten Mann auf dieser Erde ein Dorn im Auge. Er fordert immer offener von der US-amerikanischen Notenbank Fed eine Politik des schwachen Dollars, vor allem durch eine deutliche Senkung des Leitzinses durch die US-Notenbank. Auch wenn gemäss den Statuten die Fed unabhängig ist von der US-Regierung, scheint sich der amtierende Notenbankpräsident Jerome Powell nicht ganz dem Druck durch US-Präsident Trump entziehen zu können. Nach einigen Zinsanhebungen in den vergangenen Jahren reduzierte er den Leitzins unlängst um ein Viertel Prozent. Zu gross ist nach den Zinsanhebungen der Fed in den vergangenen Jahren der Zinsunterschied etwa zu Europa und Japan geworden, was den US-Dollar stärkte und den Export-lastigen Ländern Europas, v.a. Deutschland, und Japan einen erheblichen Vorteil bescherte.  Dies ist eine Umkehr der Zinspolitik in den USA, und gleichzeitig eine Anerkenntnis dafür, dass die US-Wirtschaft, ebenso wie die globale Konjunktur, sich derzeit deutlich eintrüben:

Ein klares Anzeichen für einen Konjunkturrückgang sind beispielsweise die schwachen Umsatzmeldungen der Logistikunternehmen Fedex (USA) und DHL (Tochter der Deutschen Post AG). So schildert die DHL in ihrem Bericht zum 2. Quartal 2019, dass etwa einerseits die chinesische Importtätigkeit deutlich an Schwung verliert, andererseits die US-Exporte erheblich nachlassen.
Ebenso sank das Brutto-Inlandsprodukt des Export-starken Stadtstaates Singapur in demselben Zeitraum. Verglichen mit dem Quartal I 2019 sank die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal um 3.4%, dem deutlichsten Rückgang seit 2012.

Während die meisten Finanzmedien den Handelskrieg zwischen den USA und China die Schuld für die negativen Wirtschaftsdaten verantwortlich machen, erscheint dies aus unserer Sicht sehr naiv. Das Wachstum der vergangenen Jahrzehnte wurde zum überwiegenden Teil erkauft durch die Ausgabe immer neuer Schulden.

In der Grafik unten ist die Entwicklung der Verschuldung der USA über alle Sektoren des Landes aufgezeigt, exemplarisch für die Entwicklung der Verschuldung auf nahezu globaler Basis:

Die Verschuldung steigt mittlerweile bereits exponentiell an, eine mehr als unheilvolle Entwicklung, und dies unter dem Gesichtspunkt einer zuletzt rund 10-jährigen Expansionsphase der Weltwirtschaft nach dem Zusammenbruch der US-Grossbank Lehman Brothers in 2008. Man mag sich kaum vorstellen, wie die Verschuldung sich weiter entwickeln wird, sollte die Konjunktur sich merklich abkühlen, und die Steuereinnahmen der Staaten sich dadurch deutlich reduzieren. An irgend einem Zeitpunkt wird es dann soweit sein, dass die Last der Schulden jede positive Konjunkturentwicklung einfach nur im Keim erdrücken wird.
Dann wird es geschehen, dass die Währungen ihren ‚Wert‘, worin auch immer dieser im Moment noch bestehen mag, restlos verlieren werden. Nur tatsächlich vorhandenes Silber und Gold dürfte dann in altem Glanz wieder erstrahlen.

 

Die Opfer des aktuell an vielen Orten zu beobachtende Währungsabwertung sind einerseits die Sparer, deren Geldeinlagen bei Banken und Versicherungen kaum bzw. keine Verzinsung mehr erzielen, bzw. sie sogar mancherorts schon Straf- bzw. Negativzinsen bezahlen, dafür dass sie ihr oft hart erarbeitetes Erspartes an Banken und Versicherungen zur Verwaltung in vollem Vertrauen abgegeben haben. Während es teils in der Schweiz schon Gang und Gebe ist, dass Sparer ab einer gewissen Bargeldeinlage bei ihrer Hausbank Strafzinsen bezahlen, bereiten die Medien die Sparer in Deutschland – und seit neuestem sogar in den USA! - nun auf eben dieses Vorgehen vor. Dies vor dem Hintergrund, dass das Geldvermögen durch die Inflation zudem ‚aufgefressen‘ wird.

Andererseits kommen dadurch auch die Banken in eine immer grössere Schieflage, denn schlichtweg wird es immer schwerer, durch verzinste Kreditvergaben Erträge zu generieren. Diese Erträge wären dringend nötig, um einen Ausgleich für notleidende Kredite darzustellen.

Wir haben an dieser Stelle immer wieder betont, dass ein Umfeld von dauerhaft niedrigen bzw. sogar Negativzinsen eine langfristig untragbare Situation darstellt und es unweigerlich zu starken Verwerfungen in den Volkswirtschaften kommen muss.

Werfen wir in diesem Zusammenhang einen Blick den Kursverlauf der Aktien der Deutschen Bank AG, einst ein Vorzeigeunternehmen und nach wie vor Deutschlands grösstes Geldinstitut.

In der Grafik unten sieht man die Kursentwicklung der Deutschen Bank Aktie, im Vergleich zur Kursentwicklung der in 2008 pleite gegangenen US-Bank Lehman Brothers, deren Kollaps fast den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu Folge hatte, hätten nicht die grossen Notenbanken erhebliche Liquidität zusätzlich in das System gepumpt:

 

Quelle: zerohedge.com

Auffallend und mehr als bedenklich ist derzeit eine sehr ähnliche Entwicklung zu beobachten; wo genau dies hinführen wird, ist noch unklar, jedoch verheisst diese Entwicklung nichs Gutes.
Bedenklich ist zudem, dass die Deutsche Bank sich aktuell mit einem sog. ‚Bank run‘ konfrontiert sieht: Kunden ziehen erhebliche Mittel von der Bank ab angesichts der sich verbreitenden Angst, die Deutschen Bank könne in absehbarer Zeit ein ähnliches Schicksal erleiden wie die Bank Lehman Brothers seinerzeit in 2008.

 

Diesmal sind es jedoch nicht Privat- oder Unternehmenskunden, sondern rational handelnde Hedge Fonds, die wie man hört schon seit einiger Zeit pro Tag Einlagen in der Grössenordnung von ca. 1 Mrd. EUR abziehen. Da die Deutsche Bank sich strukturell umbaut und das Handelsgeschäft deutlich zurückfahren wird, wird sie für diese Hedge Fonds auch als Partner für deren Aktienhandelstransaktionen natürlich kaum mehr in Frage kommen. Das Gegenseite-Risiko (sog. Counterpart-risk) wird zudem bei der Deutschen Bank als hoch eingeschätzt, und gerade Finanzkunden schauen immer mehr auf die Bonität ihrer Bankpartner. Und mit einem hochspekulativen Derivate-Portfolio in der Grössenordnung von ca. 45 Billionen EURO in den Büchern der Deutschen Bank erscheint dieses Geldinstitut – leider, mit allen Konsequenzen – zum Scheitern verurteilt.

Nach der US-Grossbank JPMorgan Chase rangiert die Deutsche Bank zusammen mit der Citigroup (ebenfalls USA) auf Rang zwei der weltweit am meisten systemrelevanten Banken. Bereits 2007 begann sich die Abwärtsspirale bei der Deutschen Bank in Bewegung zu setzen, wie der Chart unten zeigt; relativ ähnlich, wenn auch nicht ganz so krass, sieht der Index der europäischen Banken aus:

Wenn eine Geldinstitut wie die Deutsche Bank zusammen zu brechen droht, wer könnte sie auffangen? Selbst dem deutschen Staat oder auch der Europäischen Zentralbank wäre dies wohl kaum oder nur sehr schwer möglich, denn die finanziellen Verpflichtungen aus dem gewaltigen Derivateportfolio, neben den erheblichen Risiken aus dem Kreditportfolio, bewegen sich in einer finanziellen Grössenordung, die sämtlichen Rahmen sprengen würde. Dann würde ein Teil des Kartenhauses zusammen brechen, aus dem das derzeitige Finanzsystem besteht, das nur auf Schuldenexzesse aufgebaut ist, und weitere Verwerfungen mit sich bringen. Dass der Kaiser keine Kleider mehr anhat, haben die internationalen Hedge Fonds nun anscheinend mit Entsetzen festgestellt. Der Anfang vom Ende könnte damit gekommen sein…

Was ist der eigentliche Zweck der sog. Krypto-Währungen? Grundsätzlich wurde vom Gründer des Bitcoin gesagt, dass Bitcoin, und damit auch die mittlerweile lange Reihe an alternativen Kryptowährungen, eine transparente und nicht manipulierbare Alternative zu den manipulierten Währungssystemen der Welt darstellen sollen.

Die Frage ist nur, welchen Wert hat eine Einheit einer Kryptowährung? Und im Verhältnis zu welcher staatlichen Währung steht diese? Letztendlich kann man sagen, dass der inherente Wert einer Einheit Kryptowährung lediglich im Auge des Betrachters existiert, jedoch keinerlei fundamentalen Wert aufweist, ausser der Kosten der ‚Entstehung‘, also dem Einsatz bzw. dem Verbrauch von Rechenleistung und Strom. Die angebliche Knappheit von Kryptowährungen ist dagegen nur ein Schein, denn jeder, der einen entsprechenden Algorythmus entwerfen kann, kann letztendlich auch unter Zuhilfenahme der Blockchain-Technologie eine eigene Kryptowährung herausgeben. Fällt der Strom aus, wird es dann schwierig; verbietet ein Staat das Betreiben eines Börse für Kryptowährungen, wäre dies ebenfalls verheerend für die Besitzer der Kryptowährungen.

Der Wert von Währungen, wie der US-Dollar, stehen in direktem Verhältnis zum Preis von Silber und Gold. Beide Edelmetalle steigen langfristig im Verhältnis zum US-Dollar, ebenso wie zu den anderen Währungen. Hier kommt es den Regierungen sehr gelegen, im Moment, wenn die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer von der Entwicklung des Verhältnisses USD/Gold abgelenkt wird und auf die Preisentwicklung von Kryptowährungen zum USD gerichtet werden. Somit dürften Regierungen im derzeitigen Umfeld ein gewisses Interesse daran haben, dass Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, die Schlagzeilen beherrschen, denn: Kryptowährungen haben ansonsten keinerlei Bezug zum US-Dollar, ganz anders als Gold, als Silber.

Die massiven Kursausschläge etwa von Bitcoins verleiten viele Menschen dazu, diese zu kaufen, in der Hoffnung, diese in Kürze zu einem höheren Preis an jemand anderes wieder verkaufen zu können. In der Hoffnung, dass morgen jemand aufsteht, der das womöglich doch wertlose Asset Bitcoin zu einem höheren Preis abkaufen wird, bevor sich die Preisspirale wieder in steigender Geschwindigkeit nach unten entwickelt.

Denn: Eine ernstzunehmende Kryptowährung, die eine wirkliche Alternative zu staatlichen Währungen darstellen könnte, werden die Regierenden nicht akzeptieren. Der US-Technologiegigant Facebook plant mit dem Libra die Einführung einer Kryptowährung, die anders als Bitcoin deutlich näher an die Entwicklung des US-Dollars oder des EUROs gekoppelt sein soll, zudem nicht dezentral verwaltet werden, sondern nur von den Betreibern selbst, neben Facebook sind dies Mastercard, Paypal, Uber und Spotify. Donald Trump, ebenso wie andere führende Politiker und Notenbanker der westlichen Welt haben sich bereits mit erheblichen Bedenken gegen den Libra ausgesprochen. Sollte dieser wirklich kommen, dann wohl nur in einer abgespeckten Version, unter dem direkten Zugriff der westlichen Notenbanken, die somit letztendlich auch über diesen Libra die totale Kontrolle übernehmen würden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte immer wieder sich Materialien als Geldersatz gesucht habt; darunter waren u.a. besondere Steine, Muscheln, Vogelschädel oder Tulpenzwiebeln. Letztere waren im 17. Jahrhundert äusserst beliebt als Investment. So zahlte man während der Tulpenzwiebelblase für eine Tulpenzwiebel während des Sommers 1636 – in heutigen Dollarwerten gerechnet – etwa 20 USD. Im Januar 1637 bezahlten Spekulanten bereits rund 160 USD je Stück und bis zu 2 000 USD ein paar Wochen später. Für exotische Tulpenzwiebel wurden sage und schreibe bis zu 75 000 USD ausgegeben!

Der Gegenwert einer Tulpenzwiebel? Fast nichts; der Gegenwert eines Bitcoins? Womöglich ebenfalls nichts, ausser der Hoffnung, dass morgen jemand noch mehr für einen Bitcoin bezahlen wird, bevor der Wert, der mit nichts mit der realen Wirtschaftswelt im Verhältnis steht, wieder in sich zusammenfallen könnte.

‚Got Gold‘ (engl.) bzw. ‚haben Sie Gold‘ und vor allem Silber? Gerne informieren wir Sie über unsere Produkte: 1-Unzen Silbermedaillen und –Barren: den ‚Silber-Haggai‘, sowie den ‚Guten Hirten‘. Den 1-Unzen Goldbarren ‚Gold-Haggai‘; sowie das S-Deposito zum Erwerb und der Lagerung von hochreinem Silbergranulat im Schweizer Zollfreilager, wenn es um grössere und sicher zu verwahrende Vermögenlsteile geht. Gerne geben wir Ihnen dazu über unsere erfahrenen Berater Auskunft.

Herzliche Grüsse

Ihr Team von BB WERTMETALL AG

 

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