1. Newsletter 2020

Liebe Kunden

Wir möchten Sie mit diesem 1. Newsletter für das Jahr 2020 wieder über die aktuelle Situation am Silber- und Goldmarkt informieren, ebenso wie über aktuelle Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Preisentwicklung Silber und Edelmetalle bislang in 2020

Seit Jahresbeginn 2020 notiert die Unze Silber (31,1 g bei Reinheit von 999,9), gemessen in USD, rund 1.1 % im Plus. Der Preis für eine Unze Gold stieg seit Jahresbeginn um ca. 4,7 % . Im Vergleich dazu notiert Platin etwa 1.6% niedriger, und Palladium mit deutlichen ca. 16,5 % im Plus.

Im Verhältnis werden aktuell jährlich je 1 Unze Gold nur 8 Unzen Silber gefördert – bezüglich des Preises jedoch liegt das Verhältnis Goldpreis zu Silberpreis bei über 85! Und dies bei steigendem industriellem Einsatz von Silber – 55% der weltweiten Silberproduktion werden von der Industrie ‚verbraucht‘, und grösstenteils auch tatsächlich verbraucht, denn nur ein geringer Teil von ‚verbrauchtem‘ Silber wird tatsächlich auch durch Recycling wiedergewonnen; lediglich ca. 20% der jährlichen Silbernachfrage wird in Form von Münzen und Barren verarbeitet, weitere 20% finden in der Schmuckindustrie ihren Absatz, und 5% finden Verwendung als Silberbesteck etc.

In 2019 wurden ca. 800 Mio. Unzen Silber durch den Minensektor gefördert; nachgefragt wurden jedoch rund 1 Mrd. Unzen Silber. Das Minus von 200 Mio. Unzen wurden einerseits durch recyceltes Silber in Höhe von ca. 100 Mio. Unzen gedeckt, und andererseits durch vorhandene Silbervorräte, die dadurch aber noch weiter reduziert wurden.

In den vergangenen 10 Jahren wurden somit ca. 500 Mio. Unzen Silber mehr verbraucht, als gefördert wurden – zulasten der vorhandenen Silbervorräte, und bei seit 2016 sinkender weltweiter Silberproduktion p.a. (Höhepunkt der Silberproduktion von ca. 895 Mio. Unzen in 2015), wie auch einem 25-Jahrestief bei der Menge an recyceltem Silber (ca. 100 Mio. Unzen)!

Im Zuge des politisch erzwungenen Umstiegs im Antrieb von Autos von fossilen Brennstoffen auf Elektrofahrzeuge etwa, nur um ein Beispiel zu nennen, wird pro Fahrzeug drei Mal so viel Silber verwendet als für herkömmliche Kraftfahrzeuge. Der Fahrzeugmarkt alleine wird in den kommenden Jahren eine wachsende Nachfragekomponente für physisches Silber darstellen. Keith Neumeyer, Gründer und CEO von First Majestic, einem der bedeutensden Silberproduzenten mit Produktionsstandort Mexico und einer Unternehmensbewertung von aktuell rund 2.2 Mrd. USD, erwartet Kurse für Silber im 3-stelligen Bereich mit der einfachen Begründung, dass Silber in dem Verhältnis zu Gold bewertet werden müsste, wie sich die aktuelle Produktionsrelation darstellt, nämlich 8 zu 1 – und nicht 85 zu 1, wie aktuell Silber gehandelt wird.

Aktienkurse steigen weiter. In den USA wurden zuletzt neue Höchststände erreicht. Mit einem Stand von knapp 29 400 Punkten notierte der Dow Jones Index auf einem neuen Allzeithoch. Der S&P 500 sowie der technologielastige NASDAQ Comp. Index taten es dem Dow Jones Index gleich. Und dies bei einer sich abflauenden Konjunktur, und wohl nur noch konstanter Unternehmenserträge.
In Europa stellt sich ein ähnliches Bild dar; auch etwa der deutsche Leitindex DAX wie auch der Schweizer Swiss Market Index notieren nahe ihrer Allzeithochs. Läuft denn auch in Europa die Konjunktur so gut, dass die Gewinne der Unternehmen steigen und steigen?

Leider nein – dagegen steigen die Bewertungen auf ein mehr als ungesundes Mass an. Gemessen an der Bewertung der US-Unternehmen zum US-BIP, des inländischen Bruttoinlandprodukts, haben diese nun wieder ein Niveau erreicht wie es zuletzt im Jahr 1999/2000 gesehen wurde, dem Höchstpunkt der Internet-Euphorie/-Blase, dem ein hartes Erwachen folgte und die Aktienkurse sich nach dem Platzen der Blase im Schnitt nahezu gedrittelt haben, siehe die Grafik hier:

Quelle: https://northmantrader.com/2019/12/15/system-failure/

 

Wieder scheinen die Märkte von Euphorie immer weiter nach oben getragen zu werden; nur welche Euphorie? Kursphantasie besteht derzeit kaum eine, denn das weltweite Wachstum reduziert sich zusehends. Vielmehr haben die Notenbanken offensichtlich den Plan entworfen, mit immer neuen Geldern die Blase an den Finanzmärkten am Leben zu halten, koste es was es wolle. Denn eines ist den Notenbankern durchaus bewusst: Wenn die Luft aus der aktuellen weltweiten Aktien- wie auch Anleiheblase entwicht, droht das Finanzsystem  zu kollabieren.

Dabei kann man beobachten, dass dem Wert des Geldes immer weniger ‚Wert‘ zugemessen wird. So bezeichnete etwa Ray Dario, ein sehr renommierter US-Finanzanalyst und Milliardär-Investor, in einem Interview auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsgipfel in Davos Geld als Müll (original: Cash is Trash), man sei gezwungen, Geld in ‚handfeste Anlagen‘ wie Gold zu investieren, denn sie, die Notenbanken, werden noch mehr Geld drucken, und Defizite der Staaten rund um die Welt werden weiter steigen. Negative Zinsen sind das Mittel der Wahl für die Zentralbänker.

In der Finanzmarkttheorie ist der ‚schwarze Schwan‘ ein Unglücksbote. Und zwar ist er derjenige, unter dessen Flügeln sich der Auslöser für das Zusammenbrechen des Finanzsystems befindet, dessen Fundament bereits erodiert ist. Keiner weiss im Vorhinein, welches Ereignis ein ins Ungleichgewicht geratenes Finanzsystem dann tatsächlich zum Stürzen bringen wird.

Wird es das Coronavirus sein, über das derzeit soviel berichtet und geredet wird? Bereits reagieren die Märkte auf die angeblich rasante Ausbreitung des Virus von China in zahlreiche Länder mit steigenden Infektionszahlen und Todesfällen mit Kursrückgängen. Wenn es nicht der Coronavirus sein wird, wird es ein anderes Ereignis sein; sicher ist nur, dass der schwarze Schwan kommen wird, in dieser oder anderen Form, jetzt oder in absehbarer Zeit.

Obige Grafik zeigt ganz deutlich – wiederum am Beispiel der USA, der führenden Wirtschaftsnation der Welt – die seit dem Wegfall der Goldbindung in 1971 immer mehr ausufernden Schere zwischen nationalen Schulden und der Wirtschaftsentwicklung. Und da neue Schulden neues Geld bedeutet, werten sich die Währungen miteinander immer mehr ab, vor allem im Verhältnis von echten, knappen Wertanlagen wie Silber und Gold. Denn die anhand der USA abgebildeten Entwicklung vollzieht sich vielfach in anderen Ländern.

 

Wie die Grafik hier unten zeigt, verloren die meisten Währungen gemessen an Gold den grössten Teil ihrer Kaufkraft früher oder später – mit der Beendigung der Goldhinterlegung des US-Dollar in 1971 kam es zu einem regelrechten Einbruch in der Kaufkraft der Weltgeld-Währungen. Ein Zustand, der nach wie vor anhält und sich in den kommenden Jahren noch verstärken dürfte.

Wie oben angesprochen, ist die Geldentwertung eng verknüpft mit der Aufnahme neuer Schulden und damit ‚frischem‘ Geld – das Weltgeld-System funktioniert so, dass hinter jeder neuen bzw. zusätzlich geschaffenen/gedruckten Geldeinheit eine weitere Einheit Schulden steht.

 

 

Seit dem 17. September pumpt auch die amerikanische Notenbank Fed wieder massiv Geld in das Finanzsystem. Zuvor wagte sie den Versuch, die im Zuge der Finanzkrise 2008 begonnenen,  erheblichen Aufblähung ihrer Bilanz durch die Ausgabe neuen Geldes und dem damit verbundenen Kauf von Anleihen jeglicher Art und Bonität zu Beginn des Jahres 2018 zu reduzieren.

 

 

Sie tat dies, indem sie Anleihen in der Grössenordnung von bis zu 50 Mrd. USD pro Monat wieder verkaufte, und somit Liquidität aus dem Markt nahm. Dies ging eine Weile gut, bis Mitte September 2019 ein abrupter Richtungswechsel stattfand, und die Fed gezwungen war, erhebliche Mengen an frischer Liquidität in den Markt zu geben, um offensichtlich erhebliche Liquiditätsengpässe zu vermeiden. In den rund 4.5 Monaten seit Mitte September hat die Fed damit rund 50% der Bilanzreduktion wieder aufgebaut, die innert 19 Monaten erzielt wurde.

Was lässt sich daraus ableiten? Die Märkte sind auf einen stetigen und möglicherweise steigenden Zufluss an neuer Liquidität angewiesen, ohne den das dysfunktionale und in höchstem Masse kranke Finanzsystem nicht mehr auskommt. Immer mehr neues Geld wird in Zukunft geschaffen werden, und die Zinsen werden nicht mehr steigen dürfen (zumindest so weit es die Notenbanken verhindern können). So lange bis das System vollends an die Wand fährt – aber: der Punkt, an dem es ein zurück gegeben hätte, liegt mittlerweile weit hinter uns. Die Notenbanken werden weltweit so viel neues, und damit immer wertloser werdendes, Geld ins Finanzsystem pumpen, bis der Wert des Geldes völlig verschwunden ist. Eines nämlich möchten die Notenbanken um jeden Preis vermeiden: Dass es zu einem Einbruch am Aktien- und Anleihemarkt kommt, denn durch die dann sinkenden Bewertungen könnten die hohen Schulden eines Grossteils der Marktteilnehmer, die ihre Investments durch die Aufnahme von Fremdkapital gehebelt haben, nicht mehr beglichen werden, notleidend werdende Kredite würden dann eine akute Gefahr für das Finanzsystem darstellen.

Daneben muss die US-Notenbank noch aus einem weiteren Grund den Geldhahn aufdrehen. Seit Ende 2018 ist zu beobachten, dass die neu ausgegebenen US-Staatsanleihen bei steigender Staatsverschuldung immer weniger von ausländischen Investoren gekauft werden, dazu ist das Zinsniveau auch in den USA mit derzeit ca. 1.6% für 10-jährige Anleihen mittlerweile zu niedrig. Die seit dem 17. September 2019 begonnenen massiven Liquiditätsinjektionen der Fed in das US-Finanzsystem zeigen zudem, dass inländische Investoren über keine freie Liquidität mehr verfügen. In der Folge muss die US-Notenbank direkt neue US-Staatsschulden aufkaufen. Das ist der Anfang vom Ende der Stärke und wohl auch der Leitwährungsfunktion des US-Dollars.

In einem freien Markt würden die Zinsen in diesem Szenario steigen, und das Finanzsystem noch schneller zu Bruch bringen. Nur ein Beispiel: Würden die Zinsen in Japan um 1% steigen, müsste der gesamte jährliche Staatshaushalt nur für die Zinsen der Staatsschulden Japans aufgewendet werden.
Europa steht den USA in nichts nach; auch die Europäische Notenbank (EZB) manipuliert mit ihren Aufkäufen von Staats- und Unternehmensanleihen den Zins und die faire Bewertung, und betrügt die Sparer mit künstlich geschaffenen negativen Zinsen um ihre Erträge. Dafür erhielt der ehemalige EZB-Präsident Mario Draghi sogar noch das Bundesverdienstkreuz verliehen! Gleichzeitig entwertet die EZB permanent den EURO, und schafft ebenfalls ein Umfeld von übertriebenen Assetbewertungen, aus dem es auch hier kein Entkommen gibt. Europa ist ebenfalls auf ständig weitere Geldzuflüsse angewiesen, um nicht in eine Rezession bzw. Depression zu verfallen.

Die Schweiz hält 35% ihrer Devisenreserven im US-Dollar, und 39% im EURO, und dies überwiegend durch entsprechende Staatsanleihen. Währungsturbulenzen würden den Wert des Schweizer Franken deutlich beeinträchtigen, und jegliche relative Aufwertung des Schweizer Franken in einer akuten Währungskrise würde die Schweizer Notenbank SNB unter allen Umständen zu verhindern suchen, um die heimische Exportwirtschaft nicht zu gefährden.

Wir sehen vor unseren Augen das geschehen, was Ludwig von Mises (1881 bis 1973), der bekannte österreichisch-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler, schon viele Jahrzehnte zuvor vorhersagte: Wenn die Staaten ihre Defizite immer mehr durch die Ausgabe neuen Geldes finanzieren, wird das Währungssystem früher oder später zusammen brechen, und der Wert der Währung auf kurz oder lang vollständig wertlos wird.

 

 

Man muss davon ausgehen, wie oben dargelegt, dass immer mehr Geld in das Finanzsystem fliessen wird. Bislang wurde dieses Geld vor allem von den Anleihe- und Aktienmärkten absorbiert, deren Bewertungen in äusserst ungesundem Mass angestiegen sind.
Mehr und mehr dürfte hier ein Umdenken stattfinden und die echten, ‚handfesten‘ Werte wieder entdeckt werden. Während Silber und Gold den Kaufkraftverlust der Währungen auffangen werden, dürften sie zunehmend als das echte, knappe und allgemein als werthaltig angesehene Geld wieder in den Fokus der weltweiten Anleger rücken. Mit dem Kauf von Gold haben viele Notenbanken in den vergangenen Jahren bereits begonnen. Silber im positiven Windschatten von Gold sollte aufgrund der nach wie vor extrem günstigen Bewertung überproportional profitieren.

Wir sehen es als äusserst wichtig an, sich in diesem Umfeld richtig zu positionieren.

An erster Stelle sollte die Entschuldung anstehen, so gut es geht aus Schulden bzw. Fremdkapital herauszukommen.
An zweiter Stelle sollte man im eigenen Zugriffsbereich eine ausreichende Menge an Silberunzen haben, begleitet von ein paar Goldunzen.
Danach kann nicht benötigte Liquidität in Silber in einer möglichst sicheren Form sowie Art und Weise angelegt werden, die möglicherweise auch eine zukünftig denkbare Konfiszierung von Gold und vielleicht auch Silber übersteht.

‚Got Gold‘ (engl.) bzw. ‚haben Sie Gold‘ und vor allem Silber? Gerne informieren wir Sie über unsere Produkte: 1-Unzen Silbermedaillen und –Barren: den ‚Silber-Haggai‘, sowie den ‚Guten Hirten‘. Den 1-Unzen Goldbarren ‚Gold-Haggai‘; sowie das S-Deposito zum Erwerb und der Lagerung von hochreinem Silbergranulat im Schweizer Zollfreilager, wenn es um grössere und sicher zu verwahrende Vermögensteile geht. Gerne geben wir Ihnen dazu über unsere erfahrenen Berater Auskunft.

Herzliche Grüsse

Ihr Team von BB WERTMETALL AG

 

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