Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

Sind die Notenbanker verrückt geworden? Diesen Eindruck erhält man, wenn man deren letzten Entscheide analysiert. In diesem 4. Newsletter für das Jahr 2020 erklären wir Ihnen die Zusammenhänge – und zeigen Ihnen die aktuelle Situation am Silber- und Goldmarkt auf.

Preiserholung bei Silber, weiterer Kursanstieg bei Gold

Seit Jahresbeginn 2020 notiert die Unze Silber (31,1 g bei Reinheit von 999,9), gemessen in USD, unverän-dert. Der Preis für eine Unze Gold stieg seit Jahresbeginn schon um ca. 16.8 %. Im Vergleich dazu notiert Platin etwa 17.2% niedriger, Palladium mit knapp 1 % im Minus

Silber macht Verluste durch Corona-Krise wett – weiterhin starke physische Nachfrage nach Silber

Der Silberpreis hat sein Ausgangsniveau von vor der Corona-Krise – resp. dem Shutdown mit den verhee-renden Folgen für die Weltwirtschaft – wieder erreicht. Zu verdanken ist dies der weiterhin festen Nachfra-ge nach Silber zu Anlagezwecken. Allein in der vergangenen Woche wurden weitere 7.26 Mio. Unzen Silber den publizierten Silberfonds und -ETF‘s hinzugefügt. Trotz der Kurserholung bleibt die horrende Unterbe-wertung von Silber bestehen, denn die Preisentwicklung hält mit der weltweiten Nachfrage nach Silber weiterhin nicht mit. Die Gold-Silber-Ratio liegt mit aktuell knapp 100 noch immer in einem Bereich, der eine erhebliche Unterbewertung des Silbers gegenüber dem Goldpreis anzeigt, der seinerseits ein erhebliches Aufwertungspotential besitzt.

Notenbanken steigern massiv Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen

Die Bilanz der US-Notenbank Fed steigt steil an. Ende August 2019 noch betrug der Bilanzwert der Fed ‚nur‘ rund 3.8 Bill. USD, doch schoss er im Zuge der Corona-Krise auf knapp 7.2 Bill. USD an. Hand in Hand geht die Ausweitung der Notenbankbilanz mit dem ausufernden US-Haushaltsdefizit, das kein Halten mehr zu kennen scheint.

Allein im laufenden Kalenderjahr dürfte das Haushaltsminus der US-Regierung satte 4 Billionen USD erreichen, wobei einige noch ein deutlich höheres Minus für möglich halten. Die Fed kauft bereitwillig alle neuen Schulden der US-Regierung auf, die die herkömmlichen Marktteilnehmer nicht haben möchten. Von einer Unabhängigkeit der Zentralbank zur US-Regierung kann keine Rede sein.

Insgesamt haben die drei grossen Zentralbanken US-Fed, EZB und Bank of Japan in den drei letzten Monaten über 5 Billionen USD an ‚frischer‘, das heisst per Knopfdruck geschaffener Liquidität über Kaufprogramme in die Märkte geschleust. Damit ist allerdings noch kein Ende in Sicht.

Kurz zur Veranschaulichung, wieviel Geld eine Billion in 100 USD Noten ist, schauen Sie sich diese Grafik an und staunen, wobei jeder dieser kleinen Stapel einem Gegenwert von USD 100 Mio. entspricht (Quelle: Visual Capitalist):

Die europäische Zentralbank, kurz EZB, nennt ihr Liquiditätsprogramm auch ‚Notfallprogramm‘, und lässt sich dieses bislang 1 350 000 000 000 EUR kosten. Gleichzeitig bleibt der Preis für das Geld bzw. der Zinssatz bei Null bzw. 0%, was bei aus dem Nichts geschaffenem ‚Geld‘ eigentlich auch angebracht erscheint.

Was geschieht mit diesen gewaltigen Summen?

Die EZB erwirbt damit auf monatlicher Basis, und zwar zumindest bis Ende Juni 2021, Staatsanleihen wie auch Unternehmensanleihen, und lässt es sich dabei offen, auch sog. ‚fallen Angels‘ zu erwerben, also Un-ternehmensanleihen, die von Rating Agenturen nur noch als Ramsch unterhalb von Investmentgrade einge-stuft werden.

Die Fed erwirbt ebensolche Anlagen mit ihren neuen US-Dollars, geht aber noch einen Schritt weiter und kauft gleich noch Studentenkredite und weitere Ladenhüter, die kein anderer Marktteilnehmer mehr möchte. Die Fed, die Bank of Japan und sicherlich in Kürze auch die EZB, übernehmen jegliche Marktrisiken dieser notleidenden Anlagen in die eigenen Bücher.

Warum kommt es studierten und sicherlich sehr intelligenten Persönlichkeiten in den verantwortlichen Reihen der Notenbanken in den Sinn, solche teils völlig wertlose und hoch riskante Anlagen zu erwerben, und gleichzeitig den Markt seines so wichtigen und notwendigen Preisfindungsmechanismus‘ zu berauben?

Das ehrgeizige Ziel aller Notenbanken

Alle diese Notenbanken haben ein und dasselbe Ziel: das bestehende Bankensystem unter allen Umständen zu retten, obwohl es bereits jetzt nicht mehr zu retten ist. Nehmen wir als Beispiel eine international agie-rende Bank wie die Deutsche Bank. Ihr Eigenkapital auf Konzernbasis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 in Höhe von EUR 55.87 Mrd (Vorjahr EUR 62.5 Mrd.) entspricht im Verhältnis zur Bilanzsumme von EUR 1 298 Mrd. gerade einmal 4.3% (Vorjahr 4,64%). Auf der Aktivseite der Bilanz befinden sich mindestens EUR 430 Mrd. an Ausleihungen an andere Kreditinstitute, Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte, zusätzlich derivate Finanzinstrumente (teils hochriskante Wetten auf erwartete Preisentwicklungen) in Höhe von EUR 332.9 Mrd. Ganz zu schweigen von Risikowetten ausserhalb der Bilanz. In einer Wirtschaftskrise epochalen Ausmasses, wie etwa der IWF dies nun weltweit auf nicht absehbare Zeit hin befürchtet, ist mit massiven Konkurs- und Ausfallwellen zu rechnen. Fallen nur 7.3% der oben genannten Bilanzpositionen aus, ist sämt-liches Eigenkapital der Bank ausgelöscht.

Zum Vergleich die Eigenkapitalquote der UBS AG auf Konzernbasis beträgt auch nur 5.63%. Hier müssten etwa 11.6% der oben genannten Bilanzpositionen ausfallen, damit das Eigenkapital gänzlich aufgezehrt wäre.

Im Wesentlichen kaufen also die Notenbanken Anleihen und sonstige Finanzinstrumente auf und erhöhen somit künstlich und mit Macht die Bewertung von Anlagen, die in den Bilanzen der Geschäftsbanken dafür sorgen, dass weiterhin ein positives und nach gängigen Kriterien ausreichendes Eigenkapital ausgewiesen werden kann. Im Lauf der Zeit werden sich somit die Bilanzen der Banken immer mehr zu Luftschlössern entwickeln, die bei realen Marktbewertungen und weiteren Kreditausfällen implodieren würden.

Und die Zinsen?

Ebenso wichtig wie die künstliche ‚Beatmung‘ der Bankbilanzen ist den Notenbanken die Kontrolle des Zinsniveaus (man fragt sich, ob es noch einen Bereich des täglichen Lebens gibt, der nicht bald der Kontrolle unterzogen wird). Anleger sind ja nicht blöd, und erwarten von Anleihen, gerade wenn es immer mehr da-von gibt, eine adäquate Rendite, um diese zu erwerben. Diese Rendite sollte sich über die Verzinsung der Anleihen erzielen lassen. Nur: trotz immer mehr Anleihen, und damit immer mehr Geldentwertung, bieten Emittenten meist nur noch Zinsen nahe Null oder sogar darunter an.

Viele Staatshaushalte explodieren derzeit im Zuge der Stabilisierungsmassnahmen der einzelnen Regierun-gen, die aufgrund des Lockdowns in vielen Ländern zur Ankurbelung der Wirtschaft mobilisiert werden. Die neuen Schulden werden über Anleihen finanziert. Gibt es keine Käufer am Markt, müsste der Zinssatz deut-lich steigen. Und bei steigenden Zinsen und steigender Verschuldung wäre der Schuldendienst für die meis-ten Länder nicht mehr zu tragen – die Wirtschaft würde sofort einbrechen.

Dieses Szenario wollen die Regierungen und die (leider nicht mehr unabhängigen) Notenbanken um alles in der Welt vermeiden. Dabei wäre es teils nur wünschenswert, dass die reichsten der Welt, die ihren Reich-tum meist nur den Notenpressen der Notenbanken verdanken, an Einfluss und Macht verlieren. Denn im-mer mehr nehmen private Stiftungen und Nicht-Regierungsorganisationen mit finanzstarken Partnern Ein-fluss auf elementare Bereiche des Lebens weltweit.

Dennoch: der Zusammenbruch des Systems scheint nicht mehr aufhaltbar. Die Geldentwertung durch die permanente Schaffung immer grösserer Gelddruckprogramme der Notenbanken muss früher oder später zur Hyperinflation führen. Die Notenbanken können und werden nicht ablassen, den Status Quo so lange als möglich zu erhalten.

Was ist die Folge davon?

Da immer mehr Geld aus dem Nichts geschaffen wird, geht der Geldwert immer mehr verloren. Frei nach dem Motto: was aus dem Nichts ohne Aufwand und Kosten generiert wird, ist auch nichts wert. Kein Wun-der, dass sich die Währungen weltweit im Vergleich zum echten Geld, nämlich Silber und Gold, immer mehr abwerten.

Während oben die Entwicklung der Deutschen Mark und später dem EURO von 1900 bis 2019 aufgezeigt ist – die dritte nahezu komplette Geldentwertung steht genau jetzt vor der Tür, denn 94.9% des Wertes sind seit der Einführung der D-Mark 1948 bereits wieder verschwunden – zeigt die Grafik unten, dass auch eine als sicherer Hafen geltende Währung wie der Schweizer Franken gegen Geldentwertung nicht immun ist:

Im Zeitraum von 1900 bis 2019 verlor der Schweizer Franken, gemessen am Gold, 92.7% seines Wertes; wie lange der ‚Rest‘ noch etwas wert ist, sei dahingestellt. Die Schweizer Nationalbank SNB jedenfalls kauft in Rekordmengen US-Dollar, EURO und höchstbewertete US-Aktien ein, mit denen dann der Schweizer Fran-ken hinterlegt ist. Allerdings hat die SNB auch das erklärte Ziel, den Franken im Vergleich zum Euro zu schwächen – ein Widerspruch zur gesetzlich anzustrebenden Geldwertstabilität.

Aufwertungsdruck auf Silber steigt dabei von Tag zu Tag mehr an.

Exkurs: Kommt eine Hyperinflation bei Hypothekenschulden entgegen?

Immobilienbesitzer fragen sich häufig, ob es denn nicht sinnvoll wäre, die bestehende Hypothek stehen zu lassen, um diese dann in einer zu erwartenden Hyperinflation ohne Mühe abtragen zu können. Die Antwort darauf ist nicht einfach, denn wir befinden uns in einer Zeit, für die es keine vergleichbaren Situationen in der Geschichte der Menschheit gibt. Nie zuvor gab es in inflationären Zeiten eine Null-Zins-Politik. Inflatio-näre Zeiten waren sonst immer mit steigenden Zinsen verbunden. Die aktuelle Situation bei Null-Zins und extrem steigenden Geldmengen verursacht derzeit deutlich steigende Preise etwa bei Aktien, Anleihen und auch Immobilien. Lediglich Gewerbeimmobilien verlieren derzeit aufgrund der steigenden Leerstände.

Den steigenden Preisen für Wohnimmobilien stehen jedoch derzeit kaum oder keine Lohnsteigerungen gegenüber. Somit ist das Mietzinsniveau nicht mehr steigerbar, in einigen Regionen sinkt dieses bereits. Per se steigt damit insgesamt die Hypothekenschulden für Neubauobjekte an. Lediglich für den Fall, dass in Zeiten von Hyperinflation die Einkommen auch tatsächlich mit der Inflation Schritt halten, wäre eine weite-re Tragfähigkeit der Hypothekenschulden möglich. Die ist jedoch nicht auf breiter Basis nicht zu beobach-ten, eher scheint zukünftig das Gegenteil der Fall zu sein. Zudem sind oft Zinsvereinbarungen der Banken für Hypotheken an die Entwicklung der Inflationsrate gekoppelt, was bedeuten würde, dass sich bei einem eher reduzierenden Einkommensniveau respektive sinkender Kaufkraft die Kosten für Hypotheken erhöhen würden. Daher ist aus unserer Sicht eher dazu zu raten, die Hypothekenlast zu reduzieren.

Zudem erscheint uns eines ganz wichtig: als Absicherung von (zu hohen) Hypothekarschulden sollten neben der Entschuldung vor allem Silberanlagen aufgebaut werden – bitte informieren Sie sich dazu über das von uns angebotene Silbergranulat, das einen Inflationsschutz schafft. Die ermöglicht es in Notzeiten (mit Hy-perinflation ist immer auch eine Notzeit verbunden), sich vom Ballast der Hypothekarschuld zu entledigen.

‚Got Gold?‘ (engl.) bzw. ‚haben Sie Gold‘ und vor allem Silber?

Gerne informieren wir Sie über unsere Pro-dukte: 1-Unzen Silbermedaillen: den ‚Silber-Haggai‘. Die 1-Unzen Goldmedaille wie auch den 1-Unzen Goldbarren ‚Gold-Haggai‘; sowie das S-Deposito zum günstigen Erwerb und der Lagerung von hochreinem Silbergranulat im Schweizer Zollfreilager, wenn es um grössere und sicher zu verwahrende Vermögensteile geht. Lassen Sie sich von unseren erfahrenen Beratern informierten.

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Herzliche Grüsse

Ihr Team von BB WERTMETALL AG

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